In dieser Rubrik finden Sie aktuelle Presseberichte rund um meine Kandidatur, meine politischen Positionen und den Wahlkampfverlauf.
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So bleiben Sie informiert – aus verschiedenen Blickwinkeln.
Am 14. September 2025 finden in Nordrhein-Westfalen die Kommunalwahlen statt. Gewählt werden Vertretungen der Städte, Gemeinden und Kreise sowie Bürgermeister:in, Oberbürgermeister:in und Landräte/Landrätinnen. Im WDR Kandidat:innencheck zur Kommunalwahl 2025 haben alle Direktkandidatinnen und -kandidaten für die Ämter Bürgermeister:in, Oberbürgermeister:in sowie Landrat/Landrätin die Möglichkeit, sich in kurzen Videos vorzustellen. Die Idee: Bürgerinnen und Bürger aus NRW können sich fundiert und einfach vor der Wahl informieren.
Hier geht es zum Kandidat:innencheck.
RAMSDORF. Das Umfeld hatte durchaus symbolischen Charakter: Denn wer gegenwärtig die Burg Ramsdorf erreichen will, muss zunächst an Bauzäunen vorbei, die den Burgplatz einrahmen. Der wird, als Teil der Umgestaltung von Ramsdorfs gesamter Mitte, derzeit neu gepflastert. Ein stetes Diskussionsthema im Ortsteil. Am Donnerstagabend natürlich auch im Burgsaal, wo die beiden Bürgermeisterkandidaten Markus Hund (parteilos) und Markus Wellermann (CDU) mit den BZ-Redakteuren Adriane Kotzott und Lars Johann-Krone über die Themen diskutierten, die Velen und Ramsdorf in den nächsten Jahren bewegen.
Dass dies eine Wahl wird, in der die Menschen in der Stadt eine wichtige Weichenstellung für die Zukunft sehen, sah man am Zuschauerandrang: Trotz hochsommerlicher Temperaturen waren es gut 150 Menschen, die sich die Diskussion live vor Ort im unklimatisierten Burgsaal ansehen wollten. Mehrere Hundert schalteten sich zudem in die Live-Übertragung auf der BZ-Homepage und den Social-Media-Kanälen zu.
Sie sahen ein über weite Strecken ausgeglichenes Duell bei dem beide Kandidaten gezeigt haben, dass sie ihre Stärken haben. Es ist ein Duell auf Augenhöhe in Velen und Ramsdorf, eine Persönlichkeitswahl, bei der letztlich Sympathie und das Gefühl entscheiden werden, wer von beiden am ehesten in der Lage ist, frischen Wind ins Rathaus zu bringen. Hunds Vorteil war und ist dabei, dass er die Abläufe und die Themen im Rathaus aus langjähriger Arbeit in- und auswendig kennt.
Aber Markus Wellermann ist es gelungen, diesen Vorsprung zu verringern, weil er sich erkennbar tief in die Themen eingearbeitet und ebenso wie Markus Hund wohl unzählige Gespräche geführt hat. Am Donnerstag war der CDU-Mann der etwas lockerere der beiden Kandidaten („es klemmt teilweise, da müssen wir mehr Gas geben“), während Markus Hund oft den Pragmatiker gab: „Über Gesetze diskutiert man nicht, man setzt sie um.“
Unterschiede lagen im Detail
Bei vielen Themen waren sich beide Kandidaten weitgehend einig. Es zeigten sich aber auch einige Unterschiede. Markus Wellermann kritisierte, dass die Entwicklung des Baugebiets Musekamp zu lange gedauert habe: „Das hätte man vorher beschleunigen können.“ Markus Hund verwies auf die geltenden Planungsregularien, die eine Beschleunigung schwierig machten. So waren die Rollen auch beim Thema Entwässerung des Gewerbegebiets Jägersdyk verteilt. Das Regenrückhaltebecken ist dort zu klein geplant worden. „Da ist ein Fehler gemacht worden“, betonte Markus Wellermann, während Markus Hund dieses Thema nicht zu hoch hängen wollte.
Natürlich war auch der Ramsdorfer Ortskern ein Thema. Dass dessen Neugestaltung so schnell wie möglich umgesetzt werden müsse, da waren sich beide Männer einig. „Es finden alle gut, dass etwas passiert“, sagte Hund, wohlwissend dass „der Geduldsfaden“ teilweise strapaziert sei. Es sei auch wichtig, dieses Projekt erstmal zu Ende zu bringen, bevor man sich der Velener Mitte widme, nach der Adriane Kotzott gefragt hatte. Hund plädierte aber dafür, das Leerstandsmanagement auch auf Velen aufzuweiten. Markus Wellermann brachte die Idee ins Spiel, dort einen der Plätze stärker in den Mittelpunkt als „echte Mitte“ zu rücken.
Das Thema Parken in den Ortskernen brachte Zuhörerin Christel Schulten aus dem Publikum ein. Sie bemängelte, dass eine Reihe von Anwohnern ganztägig Parkplätze belegen, die eigentlich Kunden vorbehalten sind. Beiden Kandidaten kommt es beim Parken auf einen gesunden Mittelweg an. „Kurze Wege machen Ortskerne attraktiv“, sagte Markus Wellermann. Dazu gehörten Parkplätze, gleichwohl müsse der fließende Verkehr reduziert werden. Für Anwohner müsse es zudem Möglichkeiten zum Parken geben, möglicherweise auf einer gemeinsamen Fläche. „Wer Parkplätze säht, wird Fahrzeuge ernten“, formulierte es Markus Hund. Alle Stellplätze könne man aber nicht verbieten, ohne den Einzelhandel zu schädigen („eine reine Fußgängerzone ist utopisch“). „Ziel sollte eine Lösung sein, mit der alle Seiten zufrieden sind“, so Hund diplomatisch.
Deutlich absetzen konnte sich keiner der beiden Kandidaten am Donnerstag. Das Rennen bleibt eng und spannend wie vor fünf Jahren, als Amtsinhaberin Dagmar Jeske (parteilos) gegen Carsten Wendler (CDU) antrat und sich am Ende knapp durchsetzte. Eine Prognose für die Wahl am 14. September wird aktuell niemand seriös abgeben können.
VELEN. Noch knapp vier Monate sind es bis zur Kommunalwahl. Für die Velener Bürgermeisterkandidaten beginnt allmählich die heiße Phase des Wahlkampfs. Welche Wahlkampf-Formate haben die beiden etabliert und wie trennen die beiden Verwaltungsmitarbeiter Arbeit von Beruf?
„Auf `ne Bank mit Markus“ und „Der Freitagstalk“ so haben die beiden Bürgermeisterkandidaten in Velen ihre Gesprächsformate genannt. Beide Formate finden an öffentlichen Orten statt und laden zu offenen Gesprächen. „Ich überlege mir immer vier oder fünf Themen, zu denen ich Input gebe. So bekommt man am besten Rückfragen“, so Markus Hund. Bei den ersten Veranstaltungen in der Gaststätte Anna van‘n Hook und der Wirtschaft Fork im April, die die BZ besuchte, reichten die Themen von aktuellen Bauprojekten, der Ortskernsanierung in Ramsdorf bis zur Feuerwehr. Zunächst etwas zögerlich stellten die Bürger schließlich viele Fragen, unter anderem zur Zukunft der Freibäder, Grundstücken und Bauprojekten, dem Ehrenamt oder auch zur Verwaltung selbst. Die nächsten Veranstaltungen sind im Juni in den Außenbereichen geplant.
Persönlicher Kontakt zum Kennenlernen
Die Termine vor Ort seien vor allem wichtig, weil zum einen die erreicht würden, die nicht online sind und „ich als Person besser vor Ort zur Geltung komme“, findet Markus Wellermann. Weil ihn die meisten Velener als Musiker kennen, sei es ihm wichtig, bei persönlichen Terminen sein Profil als Politiker zu schärfen, betont der CDU-Kandidat. Über die ersten Treffen sagt er: „Die Resonanz war am ersten Tag durchwachsen, aber bei Kremer waren viele verschiedene Zielgruppen da, von jungen Leute bis zu Unternehmern“, so Wellermann. Seine nächsten Treffen finden in der kommenden Woche statt.
Neben den Veranstaltungen vor Ort setzen jedoch beide vor allem verstärkt auf Webpräsenz. Auf etwa 530 Follower, also Anhänger, kommen beide Kandidaten auf der Social-Media-Plattform Instagram. Beide richteten ihre Instagram-Profile extra für den Wahlkampf ein. Privat seien sie vorher eher auf Facebook unterwegs gewesen. Markus Wellermann entschied sich aufgrund der Reichweitenstärke von rund 1300 Followern bei Facebook auch unter seinem bisherigen Kanal als Bürgermeisterkandidat aufzutreten.
Markus Hund hat neben seinem privaten Profil einen neuen Kandidaten-Account angelegt, wo er allerdings bisher gerade mal auf etwa 110 Follower kommt. „Social Media ist unerlässlich“, findet Markus Hund, der vor allem auf Inhalte setzen wolle. Seine Kanäle verwalte er überwiegend selbst, hole sich aber auch professionelle Unterstützung. „Aktuell wird an einer Webseite gearbeitet, die bald an den Start gehen soll“, so Hund. Auch Markus Wellermann hat eine eigene Webseite und betreibt außerdem einen WhatsApp-Kanal, nutzt also die volle digitale Bandbreite. „Es ist wichtig, dass man seine Kernaussagen in die Öffentlichkeit bringen kann“, begründet er.
„Das ist quasi Wahlkampf bei der Gartenarbeit.“Markus Wellermann
Beide machen jedoch den Eindruck, dass ihnen die Wahlkampf-Veranstaltungen vor Ort und persönliche Treffen mehr liegen würden. So sagt Hund über Vereins- und Firmenbesuche: „Das ist der schöne Teil des Wahlkampfs. Man kriegt viel mit.“ Wellermann freut sich über seine Bekanntheit im Ort: „Ich habe immer schon viele Gespräche mit den Leuten geführt. Ich freue mich, wenn ich angesprochen werde“, sagt er. Weil er zentral im Ort wohne, träfen ihn regelmäßig auch Leute vor seiner Haustür an. „Das ist quasi Wahlkampf bei der Gartenarbeit“, sagt Wellermann lachend.
Neutralität im Dienst wahren
Beide Kandidaten haben gemein, dass sie im öffentlichen Dienst arbeiten: Markus Hund in Velen und Markus Wellermann in Südlohn. Sie müssen deshalb besonders darauf achten, ihre dienstlichen Pflichten vom Wahlkampf zu trennen. „Ein Kandidat unterliegt wie jeder Angestellter im öffentlichen Dienst einer amtlichen Neutralitätspflicht und darf keine Fachressourcen für den Wahlkampf nutzen, um zum Beispiel Wahlkampf im Rathaus zu betreiben“, erklärt Prof. Dr. Frank Bätge, Professor an der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung NRW in Münster.
“Wahlkampfveranstaltungen finden am Abend statt oder am Wochenende, momentan baue ich Überstunden ab oder nehmen mir teilweise Urlaub“, so Markus Hund. Für Bürgermeisterkandidaten sei das auch ein „Wagniskapital“, sagt er. Er investiere Zeit, Geld und Kraft in den Wahlkampf. Auch bei Markus Wellermann wird vermutlich der Urlaub in den Wahlkampf einfließen, wie er mitteilt. „Wir haben aber auch Gleitzeit bei uns in der Verwaltung und ich bin einer, der auch schon mal länger arbeitet“, sagt er. „Wichtig ist, dass keine Dinge, die mit der Kandidatur zu tun haben bei meiner Arbeit erledigt werden“, betont er. Und sollte es doch mal vorkommen, dass er beispielsweise ein Telefonat führen muss, halte er das nach und ziehe es von der Arbeitszeit ab. „Da will ich ganz korrekt sein“, so Wellermann.
VELEN. Das Wahlamt hat geprüft und der Wahlausschuss nun bestätigt: Die eingereichten Vorschläge für die Bürgermeisterwahl und die Direktkandidaten der Wahlbezirke sind einstimmig bestätigt worden. Neben Markus Wellermann (CDU) und Markus Hund (parteilos) sind keine weiteren Bewerbungen für das Bürgermeisteramt eingegangen.
Die Velener entscheiden bei der Kommunalwahl am 14. September über ihren Bürgermeister sowie ihre politischen Vertreter im Stadtrat. Der Wahlausschuss bestätigte nun die eingegangenen Wahlvorschläge der Parteien sowie die Kandidaten der Reserveliste. Alle Parteien, die sich aktuell im Rat befinden, haben wieder Direktkandidaten für alle 13 Wahlbezirke aufgestellt.
FDP wieder zurück auf der Liste
Bei dieser Kommunalwahl haben die Bürger neben den bestehenden Ratsfraktionen aber eine weitere Partei zur Auswahl. Sieben der 13 Wahlbezirke konnte auch die FDP, die sich kürzlich erst neu aufgestellt hat, mit Direktkandidaten besetzen. Das Vorsitzenden-Duo der Ortspartei besteht aus Jannis Keuck und Alexander Albrecht, deren Ziel es ist, der FDP in der kommenden Wahlperiode wieder einen Sitz im Rat zu ermöglichen.
Die Gewinner der Wahlbezirke werden je einen Platz im Velener Rat erhalten. Bei der vergangenen Wahl sicherte sich die CDU zwar alle Direktmandate, verlor aber ihre absolute Mehrheit im Rat.
CDU-Bürgermeisterkandidat Carsten Wendler unterlag damals im Duell mit Dagmar Jeske. Da er in keinem Wahlbezirk antrat, rückte er in den Rat nach, weil er die Spitzenposition auf der Reserveliste hatte und der über einen Wahlbezirk gewählte Johannes Maus auf seinen Sitz verzichtete.
In diesem Jahr tritt Wendler in Wahlbezirk zehn an und steht erneut auf Platz eins der Reserveliste. Dort nicht zu finden ist der Bürgermeisterkandidat der CDU, Markus Wellermann. Bei ihm heißt es also, dass er entweder Bürgermeister wird oder gar keinen Posten im Rat erhält. Ähnlich wie bei seinem Mitbewerber Markus Hund, der ohne Parteizugehörigkeit ohne den Gewinn des Bürgermeisteramts auch keinen politischen Posten im Rat besetzen würde.
NORDVELEN. Zum ersten Mal trafen die beiden Velener Bürgermeisterkandidaten in diesem Wahlkampf direkt aufeinander. Rund 180 Bürger wollten bei der Podiumsdiskussion in der Gaststätte Rappers in Nordvelen dabei sein. Der Landwirtschaftliche Ortsverband hatte eingeladen.
Der große Saal der Gaststätte war gefüllt, sogar im Flur und auf der Außenterrasse lauschten noch Gäste. Die Stimmung war ausgelassen, gleichzeitig lag Spannung in der Luft. Für die Kandidaten war es das erste politische Aufeinandertreffen. Die wirkten konzentriert, gingen vor Beginn ihre Notizen durch, nutzten aber auch die Gelegenheit, um vorab mit dem ein oder anderen ins Gespräch zu kommen. Frank Ehling, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsverbands, moderierte die Veranstaltung.
Erstes von drei vorgegebenen Themen war ein bei Landwirten beliebtes: Wie geht es mit der Sanierung der Wirtschaftswege weiter? Aktuell würden nur rund 1,7 der nötigen jährlichen drei Kilometer Wege saniert.
Markus Hund reagierte in Kämmerer-Manier zahlenlastig und blickte auf zurückliegende Beschlüsse zurück. Die steigenden Kosten im Straßenbau erschwerten zunehmend die Finanzierung, betonte er. Am Sanierungsplan von drei Kilometern will er nicht rütteln. Sein Lösungsansatz: Neben der Steuerfinanzierung wie bisher, Einnahmen aus zukünftiger Windenergie teilweise für die Wirtschaftswege zu nutzen und mehr Fördermittel zu generieren. Markus Wellermann warnte vor einem Sanierungsstau und will die Wegesanierung weiter aus Steuermitteln realisieren. Fördermittel wolle er nicht von Beginn an mitrechnen, da die Förderkriterien bisher eine Mindeststraßenbreite von 3,50 Metern verlangen. „Bei dem überwiegenden Fall unserer Wege ist das nicht der Fall.“
Steuererhöhungen, Außenbeleuchtung und Haushaltsfragen
Ehling fragte, ob dann Steuererhöhungen auf die Bürger zukämen. Wellermann überließ mit einem verschmitzten Lachen zuerst Hund die wohl sehr unpopuläre Antwort. Dieser betonte, er wolle die Steuern nicht zu hoch treiben. Schlussendlich sei das aber ein politischer Beratungsgegenstand im Rat, so Hund. Wellermann hielt es vage: Er wolle keine Versprechungen machen, die er nicht halten könne.
Die Landwirte wollten dann wissen, ob die Schülerbeförderung im Außenbereich auch bei der schwierigen Haushaltslage gesichert sei. „Alles, was sich bewährt hat, soll beibehalten werden“, sagte Wellermann und ergänzte: „Ich habe mich auch im Rathaus umgehört, auch wenn das nicht ganz so gerne gesehen wird, und dort wurde mir gesagt, dass es keine Bestrebungen gibt, das zu ändern.“ Hund reagierte verwundert: „Ich habe mich gefragt, wie es das Thema auf die Tagesordnung geschafft.“ Die Schülerbeförderung sehe er als gesichert an, erklärte aber, dass die Kommune beim Ausweisen von Haltepunkten an gewisse gesetzliche Vorgaben gebunden sei.
Ehling fragte dann, wie die Kandidaten zum Thema Beleuchtung im Außenbereich stünden. „Man gewinnt damit an Attraktivität für die Schulwege und Reduzierung des Unfallrisikos“, betonte Hund. Zusätzliche Beleuchtung scheitere jedoch meistens an der Netzanbindung, weshalb Solarleuchten mit Bewegungssensoren nötig wären, so Hund weiter. „Ich halte die Aufgabe für lösbar, das entbindet aber nicht von der Eigenverantwortung“, sagte er und meinte damit, dass nicht der gesamte Außenbereich ausgeleuchtet werden könne. Wellermann formulierte es etwas direkter: „Wenn wir nicht in die Sicherheit für unsere Kinder investieren wollen, wofür denn dann?“ und erntete dafür regen Applaus aus dem Publikum. Auch sein Vorschlag bezog sich auf die Eigeninitiativ von Anwohnern. Diese könnten dabei unterstützen, Wege kurzfristig auszuleuchten.
„Alles, was sich bewährt hat, soll beibehalten werden.“ Markus Wellermann auf die Frage nach der Schülerbeförderung im Außenbereich
In der offenen Fragerunde kam das Thema steigende Kosten und kleinerer Haushalt auf. Josef Einck-Roßkamp, Landwirt aus Velen, kritisierte die aufgeblähte Verwaltung des Kreises und wollte wissen, wie damit in Velen weiter umgegangen werden soll. Beide Kandidaten wollen auf die Digitalisierung setzen, die Prozesse beschleunigen und optimieren, um dauerhaft eine schlankere Verwaltung einzustellen. Eine weitere Sorge von Landwirt Ebbing war, ob es noch weiteren „Flächenfraß im Außenbereich“ geben werde. „Wir werden mehr über Nachverdichtung nachdenken müssen“, befand Hund. „Ich glaube, dass die Ausbreitung nicht weiter gehen wird“, sagte auch Wellermann.
Sorgen gibt es wohl auch unter den Mitarbeitern der Stadtverwaltung. Das ließ zum einen die hohe Zahl an anwesenden Verwaltungsmitarbeitern erahnen und zum anderen die Frage von Ruth Zwillich, städtische Mitarbeiterin, als diese nach dem künftigen Führungsstil der Kandidaten fragte. Diese Frage sorgte kurz für Anspannung bei den Kandidaten. Markus Wellermann erklärte, dass er die Expertise bei den einzelnen Stellen sehe und effizient führen wolle. Ihm sei wichtig, jedoch „keinen Wahlkampf auf dem Rücken der Mitarbeiter“ zu machen. Markus Hund antwortete mit „keiner macht hier Wahlkampf auf dem Rücken der Mitarbeiter“, was eher nach einer Antwort auf Wellermann als auf Zwillich klang. Er betonte weiter, dass er mit Wertschätzung und Vertrauen führen will.
Nach etwa eineinhalb Stunden endete das erste Aufeinandertreffen der Kandidaten.
VELEN. Die Fraktionsvorsitzenden von UWG, SPD und Grünen erheben gegen Bürgermeisterin Dagmar Jeske den Vorwurf, dass sie ihre Neutralitätspflicht verletzt habe und bemängeln in dem Zusammenhang fehlende Transparenz. Anlass dafür sehen sie in einem Gespräch, das Mitte April im Velener Rathaus zwischen Bürgermeisterin Dagmar Jeske, CDU-Bürgermeisterkandidat Markus Wellermann und Bauamtsleiterin Judith Wilde stattfand. Die genauen Inhalte des Gesprächs sind unbekannt. Dagmar Jeske erklärt auf BZ-Anfrage, es habe sich um bauliche Themen gehandelt, die alle auch Gegenstand öffentlicher Beratungen gewesen seien. Guido Böckers (UWG), Birgit Schlautmann (SPD) und Heiner Bißlich (Grüne) zweifeln das an.
Kommunalaufsicht informiert
Der Vorwurf der Ratsmitglieder: Dagmar Jeske versuche im Amt Einfluss auf den Wahlkampf zu nehmen, indem sie Markus Wellermann über Verwaltungsinterna in Kenntnis setzt und nehmen mit Judith Wilde dafür auch städtische Ressourcen in Anspruch. Damit verstoße sie gegen ihre Neutralitätspflicht. Erfahren haben die Politiker von dem Gespräch von Markus Hund. Dieser habe sich danach jedoch aus dem Verfahren herausgehalten, wie er auf BZ-Anfrage selbst sagt, und will sich dazu nicht weiter äußern. Die drei Fraktionsvorsitzenden wollen den Fall nun der Kommunalaufsicht vortragen. „Wir haben den Verdacht und den lassen wir jetzt prüfen“, betont Guido Böckers im BZ-Gespräch. „Wir hätten mehr Sensibilität und Transparenz von der Bürgermeisterin erwartet“, sagt er weiter. Aus Sicht der drei Fraktionen hätten beide Bürgermeisterkandidaten gleichermaßen zu so einem Treffen eingeladen und die Fraktionsvorsitzenden informiert werden müssen. „So hat das ein gewisses Geschmäckle“, findet Böckers.
Bürgermeisterin weist Vorwürfe zurück
Dagmar Jeske weist die Anschuldigungen von sich und verweist auf ihre „Sachlichkeit und Transparenz“, die sie im Amt stets ausgeübt habe. Markus Wellermann sei mit der Bitte um Informationen zu städtischen Themen, die das Bauamt beträfen, zu ihr gekommen. Jeder Bürger habe gleichermaßen das Recht, sich mit Fragen an die Verwaltung zu wenden, so Jeske. „Dieses Recht verliert niemand, nur weil er oder sie sich im Wahlkampf um das Bürgermeisteramt befindet“, betont sie. Das Einholen von Informationen zur Vorbereitung auf den Wahlkampf, sei ein üblicher Prozess und stehe gleichermaßen allen Kandidaten zu, so Jeske. Sie betont weiter, dass beide Kandidaten bereits Anfragen zu verschiedenen Themen an die Verwaltung gestellt hätten. „Dabei ist natürlich zu berücksichtigen, dass Herr Hund aufgrund seiner Tätigkeit im Rathaus einen deutlichen Wissensvorsprung hat.“
„Ich sehe darin weder eine Bevorzugung noch eine Wahlkampfhilfe“, sagt Markus Wellermann (CDU) zu den Vorwürfen und weiter: „Ich habe ein Gespräch geführt, das jeder anderen Person in gleicher Weise offen gestanden hätte.“ Das Gespräch mit der Bürgermeisterin sei eine von mehreren Maßnahmen gewesen, um sich auf das Bürgermeisteramt vorzubereiten. „In den vergangenen Monaten habe ich zudem an nahezu allen öffentlichen Sitzungen des Rates und der Ausschüsse teilgenommen und viele Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen und Unternehmen geführt“, so Wellermann.
Der CDU-Fraktionsvorsitzende Carsten Wendler sieht den Vorwurf der mangelnden Neutralität als „konstruiert“ an und betont: „Es erscheint uns als Teil eines parteipolitischen Manövers im laufenden Wahlkampf.“ Dass sich ihr Bürgermeisterkandidat informiert, sehe der CDU-Ortsverband eher als ein Zeichen von Verantwortungsbewusstsein, so Wendler weiter.
Was sagt das Kommunalrecht?
In der Gemeindeordnung des Landes NRW ist festgehalten, dass ein Bürgermeister einer „amtlichen Neutralitätspflicht“ unterliegt, sagt Dr. Frank Bätge, Professor an der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung NRW am Standort Köln. „Auf diese Pflicht sollte man besonders in Wahlkampfphasen und nach der Wahlzulassung achten“, so Bätge. Gespräche zwischen einem amtierenden Bürgermeister und einem Kandidaten seien seiner Ansicht nach rechtlich in Ordnung. „Gespräche können geführt werden und sind nicht unüblich. Kandidaten können ja Fragen haben, die das Amt betreffen“, sagt er. Da auch Bürgermeisterkandidaten Bürger sind, haben sie ein Anrecht darauf, sich öffentliche Informationen einzuholen. Nichtöffentliche Informationen, die der Verschwiegenheit unterliegen, dürften laut Bätge jedoch nicht an Kandidaten weitergegeben werden. Allgemeine Aussagen zu Pflichtverletzungen seien aber oft schwer. Liegt ein Verdacht auf Verstoß der Neutralitätspflicht vor, müsse dieser individuell geprüft werden, betont Bätge.
"Gespräche können geführt werden. Kandidaten können ja Fragen haben, die das Amt betreffen.“
Prof. Dr. Frank Bätge
Brisanz bekommt der Fall, weil bekannt ist, dass Dagmar Jeske und Markus Hund im Rathaus nicht das beste Verhältnis zueinander pflegen und es nach BZ-Informationen schon zu lautstarken Streitigkeiten gekommen sein soll. Gleichzeitig kennen sich die Bürgermeisterin und Markus Wellermann seit vielen Jahren aus ihrer Zeit in der Südlohner Verwaltung, mit seiner Frau pflegt sie außerdem auch privat Kontakt.
Rechte und Pflichten von Bürgermeister(kandidaten)
Ein amtierender Bürgermeister darf, nach Einschätzung des Kommunalrechtsexperten Dr. Frank Bätge, keine Wahlempfehlungen aussprechen und einen Kandidaten auch nicht öffentlich schlecht machen. Problematisch werde es aus seiner Sicht immer, wenn die Pflicht des öffentliches Dienstes mit dem Wahlkampf vermischt würde, beispielsweise beim Besuch von Wahlkampfveranstaltungen eines Kandidaten durch den Bürgermeister. Gleichzeitig, so Bätge, sei ein Bürgermeister aber auch Privatperson und damit Grundrechtsträger. Für ihn gelte, wie für alle Bürger, die Meinungsfreiheit - die Abgrenzung zum Amt muss aber klar erkennbar sein. Auch Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes, die für das Bürgermeisteramt kandidieren, unterliegen im Übrigen Pflichten. So dürfen sie beispielsweise keinen Wahlkampf im Rathaus betreiben oder Fachressourcen für den Wahlkampf nutzen. Städtische Termine, in denen dem Mitarbeiter sonst keine Funktion zufällt, sollten kurz vor der Wahl nicht besucht werden, so Bätge.
RAMSDORF. Es herrschte ausgelassene, fast feierliche Stimmung bei der Mitgliederversammlung der CDU Velen-Ramsdorf am Dienstagabend in der Burg Ramsdorf. Rund 50 Parteimitglieder waren gekommen, um über ihren Bürgermeisterkandidaten Markus Wellermann und die 13 Wahlkreis-Kandidaten für den Stadtrat abzustimmen. Die Parteimitglieder nutzten die Gelegenheit aber auch, um sich auszutauschen und mit Markus Wellermann ins Gespräch zu kommen.
Mit einer deutlichen Mehrheit von 47 Ja-Stimmen wurde Markus Wellermann von den CDU-Mitgliedern offiziell als Bürgermeisterkandidat für die kommende Kommunalwahl am 14. September aufgestellt. Versammlungsleiter Markus Jasper beglückwünschte Wellermann mit den optimistischen Worten: „Ich glaube, dass wir in ziemlich genau acht Monaten wieder hier stehen und etwas zu feiern haben werden.“
Das nimmt sich Wellermann vor
Seine Wahl zum Bürgermeisterkandidaten nahm Markus Wellermann freudestrahlend und unter tosendem Applaus an. Zuvor ging er in seiner Vorstellungsrede nochmals auf seine Ziele und Vorstellungen für Velen-Ramsdorf ein. Er möchte der Stadt eine „Zukunft mit einer Perspektive für alle Generationen“ bieten. Um eine „hohe Lebensqualität“ in der Stadt zu gewährleisten, seien Schulen, Kindergärten, bezahlbarer Wohnraum, aber auch kulturelle Angebote und attraktive Ortskerne mit „wenig Leerstand und guten Parkkonzepten“ nötig, so der 56-Jährige.
Notwendige Investitionen sieht er außerdem im Bereich der Sicherheit und spielte damit auf den Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Ramsdorf an. Eine Notwendigkeit sieht Wellermann auch darin, für Gewerbetreibende attraktiv zu sein, um Arbeitsplätze vor Ort zu schaffen und Gewerbesteuern einzunehmen.
Mit Respekt vor der Besonderheit der Würde des Bürgermeisteramtes gehe ich mit großer Zustimmung in den Wahlkampf. Markus Wellermann
Mit Blick auf den Haushalt hörte man in Wellermanns Ansprache ähnliche Kritikpunkte heraus, wie sie auch in den Haushaltsberatungen im vergangenen Jahr von der CDU-Fraktion angebracht wurden. „Die Kassen sind leer. Der Gestaltungsspielraum ist klein“, so Wellermann. Deshalb müssten Einnahmen und Ausgaben „auf den Prüfstand“, betonte er weiter. Als Bürgermeister würde er die Baugebiete Musekamp und Winningweg zügig vermarkten und Gewerbegebiete weiterentwickeln sowie geplante Vorhaben priorisieren. Auch an die Personalausgaben der Verwaltung möchte der Velener ran. „Ein verantwortungsbewusster Personalbedarf, der zur Aufgabenerfüllung notwendig ist, muss mit einer restriktiven Personalpolitik genau abgewogen werden“, betonte Wellermann.
Rückenwind aus der Partei
Vor seinen Parteikollegen wirkte Wellermann selbstbewusst und entschieden. Er sprach mit sicherer Stimme und wirkte gleichzeitig entspannt - wohl ein Können, dass ihn jahrzehntelange Publikumserfahrung als Musiker und Dirigent gelehrt haben und womit er schließlich rund 96 Prozent der anwesenden Kollegen überzeugen konnte. Nun wird der Velener zeigen müssen, ob er auch die Mehrheit der Velener und Ramsdorfer von sich und seinen Zielen überzeugen kann. Der Rückenwind aus seiner Partei stimmte ihn optimistisch und sichtlich erleichtert: „Mit Respekt vor der Besonderheit der Würde des Bürgermeisteramtes gehe ich mit großer Zustimmung in den Wahlkampf“, sagte er im Anschluss der BZ.
Kandidaten für die Wahlkreise
Im Anschluss an die Wahl des Bürgermeisterkandidaten wurden auch die Wahlkreis-Kandidaten für den Stadtrat in geheimer Abstimmung gewählt. Der Großteil der 13 Kandidaten sollte der Bevölkerung nicht fremd sein, so haben sich viele der jetzigen Ratsmitglieder dafür entschieden, für eine weitere Amtszeit zu kandidieren. Mit einer deutlichen Mehrheit wurden die Kandidaten Anke Becker Ollrog, Michael Borghorst, Ralf Geringhoff, Marvin Größbrink, Günther Kremer, Stephan Mensing, Michael Niehues (Nordvelen), Michael Niehues (Ostendorf), Johannes Rave, Anton Sieverdingbeck, Carsten Wendler, Agnes Wennemar und Dean Wessendorf nominiert.
Quelle: Borkener Zeitung
VELEN/RAMSDORF. Die CDU Velen-Ramsdorf hat ihre langjährigen Mitglieder am vergangenen Samstag im feierlichen Rahmen geehrt.
Der Vorsitzende der CDU Velen-Ramsdorf, Stephan Mensing, richtete seinen besonderen Dank an die Geehrten sowie an den vom CDU-Vorstand nominierten Bürgermeisterkandidaten Markus Wellermann. In seiner Ansprache betonte Mensing die Bedeutung von politischem Engagement: „Unsere Stadt und unsere Region braucht Menschen, die nicht nur zusehen, sondern mit anpacken und im wahrsten Sinne des Wortes Partei ergreifen. Die Parteimitgliedschaft ist eine Investition in eine lebenswerte Zukunft.“
Unsere Stadt und unsere Region braucht Menschen, die nicht nur zusehen, sondern mit anpacken. Stephan Mensing
Geehrt wurden folgende Mitglieder:
Als Anerkennung für ihre langjährige Treue zur CDU erhielten die Jubilare jeweils ein Buchgeschenk, eine Ehrenurkunde und die Ehrennadel.
Nachhaltige Entwicklung als Ziel
Nach den Ehrungen stellte sich Bürgermeisterkandidat Markus Wellermann der Versammlung vor. In seiner Rede skizzierte er seinen beruflichen Werdegang und seine Motivation für die Kandidatur. Wellermann betonte, dass er sich besonders für eine nachhaltige Entwicklung der Stadt und eine enge Zusammenarbeit mit den Bürgern einsetzen möchte.
Die Veranstaltung bot den Mitgliedern nicht nur die Gelegenheit, verdiente Parteikollegen zu ehren, sondern auch, gemeinsam über die Zukunft der Stadt Velen-Ramsdorf zu sprechen, heißt es aus dem Vorstand.
Quelle: Borkener Zeitung
VELEN. Dass er den Taktstock schwingen kann, hat er bereits über viele Jahrzehnte als Dirigent des Musikvereins Velen unter Beweis gestellt. Bald möchte Markus Wellermann auch im Velener Rathaus mitbestimmen, welche Melodie gespielt wird. Der Vorstand der CDU Velen-Ramsdorf hat den Velener jetzt als Kandidaten für die Wahl zum Bürgermeister im nächsten Jahr nominiert. Der Vorstand votierte einstimmig für den 56-Jährigen.
Ob Wellermann wirklich bei der Kommunalwahl auf den Zetteln zu finden sein wird, steht nach dieser Nominierung zwar noch nicht fest. Allerdings dürfte davon auszugehen sein, dass Wellermann auch am 14. Januar, wenn die CDU-Mitglieder über ihren Kandidaten abstimmen, in dieser Rolle bestätigt wird. Mit Wellermann hat die CDU auf jeden Fall einen Kandidaten gefunden, der zum einen tiefe Velener Wurzeln hat und zum anderen auch Erfahrung aus der Kommunalverwaltung mitbringt. Wellermann arbeitet bei der Gemeinde Südlohn im Fachbereich Zentrale Dienste und Zentrale Steuerung und ist dort vor allem für den Bereich Kultur, Musikschule und Sportförderung verantwortlich.
Klar war, dass wir nur einen Kandidaten präsentieren und keine Kampfabstimmung wollen. Stephan Mensing
„Als wir in der Findungsphase mit Markus Wellermann gesprochen haben, war uns früh klar, dass er ein Kandidat sein könnte. Zum einen, weil er Erfahrung mit der Verwaltungsarbeit hat. Zudem hat er jahrelang erfolgreich ein Orchester geführt. Das hat ja auch mit Führungsqualität zu tun“, berichtet Stephan Mensing, Vorsitzender der Velener CDU. Nach Gesprächen mit weiteren Vertretern der CDU habe sich Wellermann immer weiter als Kandidat herauskristallisiert, so Mensing weiter. „Und klar war, dass wir nur einen Kandidaten präsentieren und keine Kampfabstimmung wollen, um geschlossen aufzutreten. Bei einer Abstimmung gibt es schließlich immer einen Verlierer“, ergänzt Mensing.
So besteht zwar bei der Mitgliederversammlung immer noch die Möglichkeit, dass sich weitere Kandidaten melden, aber erst mal setzt die CDU voll auf Markus Wellermann.
Für ihn sei ein mögliches Amt als Bürgermeister eine große Herausforderung, „die ich eigentlich schon immer gerne gesucht habe. Da ich hier bei der Gemeinde Südlohn viel im Austausch mit dem Bürgermeister und dem Allgemeinen Vertreter bin, habe ich gesehen, dass mir das viel Spaß macht“, so Wellermann.
„Damit wollte ich ein Statement setzen“
Er war bislang noch kein Mitglied der CDU, sein Name sei aber laut Mensing von mehreren Seiten mehrfach als möglicher Kandidat ins Spiel gebracht worden. Inzwischen ist Wellermann Mitglied der Partei. „Damit wollte ich ein Statement setzen. In Zeiten, in denen die Parteien vom extremen Rand immer mehr Zulauf bekommen, dachte ich, dass sich die Menschen vielleicht keinen parteilosen Bürgermeister wünschen, sondern vielmehr einen, der Farbe bekennt und zwar die einer großen demokratischen Partei. Meine Farbe war allerdings vorher auch schon immer die der CDU. Das ist authentisch, und das kaufen mir die Leute auch ab. Aber ich möchte das Gespräch mit allen Fraktionen suchen“, erklärt Wellermann.
Jeske will nicht mehr antreten
Sowohl die CDU-Spitze wie auch Wellermann bestätigen, dass in ihre Gespräche um eine Kandidatur allerdings erst so richtig Bewegung gekommen sei, als die amtierende Bürgermeisterin Dagmar Jeske ankündigte, nicht zur nächsten Wahl antreten zu wollen. Das war im September. „Wenn Frau Jeske weitergemacht hätte, hätte ich eventuell gar nicht den Bedarf gesehen anzutreten“, sagte Wellermann auf die Frage, ob er ungerne in einer Wahl gegen Jeske angetreten wäre. „Ich bin angetreten, für einen Neuanfang, für einen Blick in die Zukunft, nicht um Frau Jeskes Arbeit zu beurteilen oder schlecht zu machen. Mein Wahlkampf soll thematisch sein“, erklärt der 56-Jährige.
Schwerpunkt-Themen für Wellermann
Wellermann nennt auch einige Schwerpunkte für einen Neuanfang. Zum Beispiel die Wirtschaftsförderung. „Die darf nicht von oben herab organisiert werden. Die funktioniert nur, wenn man sich mit Unternehmern zusammensetzt und fragt, was gut und was nicht so gut läuft. Die Wirtschaft muss wieder in Schwung kommen, um auch die Einnahmeseite der Kommune zu verbessern“ erklärt Wellermann, der betont, mit allen in einen Dialog kommen zu wollen. „Wir müssen zudem sehen, was mit der Erschließung neuer Baugebiete ist, wann diese vermarktet werden können. Auch die Schulentwicklung und das Thema Kitas ist für eine Stadt, die Bürger anziehen will, entscheidend. Ich hoffe, das Thema Umzug der Walburgisschule zum Beispiel ist dann allerdings schon abgeschlossen, wenn ein neuer Bürgermeister antritt.“
Wellermann ist gebürtiger Velener und dort fest verwurzelt. „Klar wird man immer als Velener gesehen, wenn man dort lebt und aufgewachsen ist, aber als Bürgermeister würde ich natürlich beide Ortsteile in den Blick nehmen. Mir liegen beide Ortsteile gleich am Herzen. Daher fiebere ich der Ortskernsanierung in Ramsdorf auch sehr entgegen. Ich gehe auch regelmäßig in Ramsdorf in die Pfarrkirche“, so Wellermann.
Markus Wellermann ist 56 Jahre alt. Er ist Vater von fünf Kindern und wohnt mit seiner Familie in Velen. Bevor er sein Studium zum Orchestermusiker begann, schloss er eine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten bei der damaligen Bundesanstalt für Arbeit ab. An den Musikhochschulen in Düsseldorf und Münster erwarb der die Diplome in Orchestermusik und Musikpädagogik. Er spielte zwölf Jahre beim Luftwaffenmusikkorps Trompete.
Nach der Bundeswehrzeit wandte er sich beruflich wieder mehr der Verwaltung zu und übernahm die Leitung der Musikschule Südlohn. Seit einigen Jahren ist Wellermann bei der Gemeinde Südlohn tätig. Als Vorsitzender des Personalrates ist er in fast alle Angelegenheiten der Personalleitung eingebunden und im Umgang mit Menschen vertraut.
Wellermann war bis ins Frühjahr 2023 über 20 Jahre lang Dirigent im Musikverein Velen.
Quelle: Borkener Zeitung
VELEN. Der Vorstand der CDU Velen-Ramsdorf hat den Velener Markus Wellermann offiziell als ihren Kandidaten für das Bürgermeisteramt vorgeschlagen. Wie die CDU in einer Mitteilung erklärt, fiel die Entscheidung am Mittwoch. Der Vorstand habe einstimmig für den 56-jährigen abgestimmt und schlägt ihn als Kandidaten vor. Am 14. Januar 2025 fällt dann die Entscheidung auf der Mitgliederversammlung.
Wenn die Mitglieder ebenfalls für Markus Wellermann stimmen, geht er als Bürgermeisterkandidat für die CDU ins Rennen. Die Bürger könnten ihn dann bei der Kommunalwahl am 14. September 2025 wählen.
Durch seine Tätigkeit als Dirigent beim Velener Musikverein ist der Wellermann im Ort kein Unbekannter. Markus Wellermann freut sich über die Nominierung. Er sei hochmotiviert, sehe aber mit Demut auf die Herausforderungen dieses besonderen Amtes: „Das Vertrauen des Vorstandes ist ein erster Schritt und starker Rückenwind für meine Bewerbung“, so Wellermann.
Quelle: Borkener Zeitung
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